Reisebeschreibung Singapur und Kuala Lumpur

Ich war unter anderem zwischen dem 18. und 30. November 2002 in Singapur und Kuala Lumpur, dies ist ein (fragmentarischer) Reisebericht dazu. Das soll kein (weiterer) Reiseführer werden, ich will nur einige Eindrücke schildern, die ich für besonders erwähnenswert halte.

Einige dieser kurzen Abschnitte entstanden als Mails, die ich mir selber von insgesamt vier verschiedenen Internetzugängen (in Singapur Surf @ Cafe und Goethe-Institut) aus geschickt habe. Es gibt dabei keine chronologische oder sonstige Ordnung...

Die angegebenen Wechselkurse sind auf dem Stand vom 1. Dezember 2002:
1.00 SINGAPORE DOLLAR (SGD) = 0.5697 EURO (EUR)
1.00 MALAYSIAN RINGGIT (MYR) = 0.2646 EURO (EUR)
Übrigens empfehle ich diesen Wechselkursrechner.

BoatQuay Singapur

Abends in Singapur

Natürlich gibt es in einer Großstadt wie Singapur sehr viele Möglichkeiten, abends auszugehen. Mir haben die Pubs am Ufer des Singapore River, an Boat Quay und Clarke Quay, sehr gut gefallen. Hier kann man sein (teures) Bierchen beim spektakulären Anblick der Spiegelungen der Wolkenkratzer und kleinen ehemaligen Fischerhäuser (der heutigen Pubs und Restaurants) im Wasser bewundern. Wochentags ist es zwar belebt, aber nicht gerade überfüllt. Wie überall in Singapore ist es nach ein Uhr schwierig, noch eine offene Kneipe zu finden - am Wochenende haben die meisten Kneipen und Diskos wenigstens bis drei Uhr geöffnet.

Wetter

Während unseres Winters ist Regenzeit. Das bedeutet: Etwa jeden zweiten Tag ist es bedeckt und regnerisch, die Temperaturen sinken aber nachts nicht unter 23 Grad. Tagsüber ist es (wenn es sonnig ist) etwa 30 Grad warm - und das alles bei einer sehr hohen Luftfeuchtigkeit (über 90 Prozent). Immerhin liegt Singapur nur etwa 150 km nördlich des Äquators...

Autos

In Singapur herrscht für eine Stadt dieser Größe auffallend wenig Autoverkehr. Das liegt an den hohen Kosten eines Autos: Wer in Singapur ein Auto haben möchte, muss eine 10-Jahres-Zulassung dafür ersteigern (etwa 32.000 SGD bzw. 16.000 Euro). Dazu kommt noch, dass neue Autos relativ stark besteuert werden (250 % Einfuhrsteuer) und damit sowieso teuerer als in Deutschland sind. Übrigens sieht man hier fast keine dreckigen Autos: Bei den meisten Stellplätzen ist automatisch ein Waschservice mit dabei...

Essen und Trinken

Das Essen in Singapur ist wegen der vielen vertretenen Gruppen sehr vielfältig. Ich habe dort einige Fisch- und Gemüsearten probiert, von deren Existenz ich bisher nichts ahnte. Interessant fand ich z.B. eine Meeresfrucht, die "Bug" genannt wird und vielleicht eine Kreuzung zwischen Krabbe und Hummer ist. Das Tier muss wohl als Vorlage für den Film "Alien" gedient haben, denn genau so sieht es aus. Zum Geschmack kann ich nicht viel sagen: Die Sauce dabei war so scharf, dass sie alles überdeckte und mir die Tränen in die Augen trieb. Das ist übrigens für mich eines der grundsätzlichen Essensprobleme gewesen: Selbst "harmlose" Saucen waren für meinen Geschmack oft zu scharf. Die Preise für das Essen waren mit zwei bis drei Singapore Dollars (1,14 bis 1,71 EUR) an den Garküchen ganz moderat, man kann natürlich auch im Restaurant problemlos 55 SGD (ohne Getränke, = 32 EUR!) zahlen... Sehr lecker fand ich in einem Restaurant "Drunken Prawns": Riesengarnelen, die einem in der Nähe des Tischs zubereitet werden. Dazu werden die lebenden und noch zappelnden Tiere in der heissen Sauce "ertränkt", damit sie die Sauce ganz aufnehmen.

Tiger Beer

Alkoholische Getraenke sind wegen der hohen Steuern darauf in Singapur grundsätzlich sehr teuer: So haben wir z.B. für eine kleine Flasche Corona (mexikanisches Bier) in einer normalen Kneipe 12 Sing-Dollar (6,84 Euro) bezahlt. Das durchaus trinkbare einheimische Tiger-Bier kostete im Supermarkt 2,85 Sing-Dollar (1,62 EUR) für eine 0,33-Dose.

Öffentliche Verkehrsmittel

In Singapur gibt es ein hervorragend ausgebautes ÖPNV-System - zumindest tagsüber. Neben zahlreichen Buslinien gibt es noch eine Bahn, die unterirdisch und auf Stelzen verläuft (MRT = Mass Rapid Transport) und eine Seilbahn (führt vom Mount Faber über das WTC zur vorgelagerten Insel Sentosa). Die Fahrten sind sehr preiswert: Eine Kurzstrecke kostet 64 Singapore Cent, also 37 Eurocent. Mir hat vor allem das Bezahlsystem sehr gefallen: Man kauft eine aufladbare Chipkarte, mit der man beim Betreten eines Busses oder einer U-Bahnstation eincheckt. Dabei reicht es zum Einchecken, die Karte in der Brieftasche zu lassen und einfach über das Lesegerät zu ziehen. Ähnlich verfährt man beim Auschecken, wobei die Fahrtkosten automatisch abgezogen werden und der neue Guthabenstand angezeigt wird. Da man sich nicht erst umständlich mit irgendeinem komplizierten Tarifsystem befassen muss und die Fahrtkosten ohnehin recht niedrig sind, besteht keine sonderlich grosse Versuchung, Schwarzfahrer zu werden...

Mich haben die Bahnen (MRT) wirklich beeindruckt. Die Züge sind SEHR lang (138 Meter). Die entsprechend langen Bahnsteige sind durch Glaswände von den Schienen getrennt. Die Züge halten dann zentimetergenau, so dass die Zugtüren genau an den Bahnsteigtüren öffnen. Einziger Nachteil: Die letzten Bahnen fahren vor Mitternacht (auch am Wochenende), so dass man dann doch gelegentlich zu Fuss laufen oder ein Taxi nehmen muss.
In der eigentlichen Innenstadt Singapurs kann man aber tatsächlich auch alles zu Fuss erreichen.

MRT

Busreisen

Die Kosten für die etwa 380km lange Fahrt im klimatisierten Reisebus von Singapur nach KL betrugen 25 Sing-Dollar (14,31 Euro), für die Rückreise sogar nur 25 Malayische Ringgit (6,67 Euro). Die Fahrt dauert etwa sechs Stunden, dabei wird dann noch an einer Autobahnraststätte mit diversen Einkaufs- und Essmöglichkeiten Station gemacht.

Baustellen

Singapur ist eine sehr schnelllebige Stadt, man kann sich daher z.B. auf Reiseführer nur sehr eingeschränkt verlassen.
Trotz des seit 1997 gebremsten Wirtschaftswachstums wimmelt es nur so von Baustellen: U.a. werden gerade zwei neue U-Bahnlinien gebaut, von denen die eine eigentlich schon fertig sein sollte. Relativ oft sind die neuen U-Bahnhaltestellen schon ausgeschildert, man läuft dann aber nur auf eine Baustelle zu.
Zumindest an den Baustellen für die MRT wird rund um die Uhr gearbeitet, nachts sind sie mit starken Flutlichtern ausgeleuchtet.

Hotels

In meinem Hotel "Rendevouz" an der Bras Basah Road gegenueber vom YMCA in Singapur kostete das Doppelzimmer 115 SGD (65,81 Euro) inklusive einem Frühstück. In Kuala Lumpur habe ich für eine Nacht 150 MYR (40 Euro) bezahlt, auch inkl. Frühstück ("Dorsett Regency"). Beide Hotels gehören zur gehobenen Mittelklasse (vier Sterne), man kann natürlich auch wesentlich mehr (oder etwas weniger) Geld loswerden...

Einkaufen in Kuala Lumpur

Einkaufen in Kuala Lumpur kann für klaustrophobisch veranlagte Leute der wahre Horror sein: Die Einkaufsgassen in Chinatown sind sehr schmal und sehr bevölkert. Dafür kann man bei geschicktem Verhandeln ganz gute Preise bekommen. So hatte ich einen Uhrenhändler bei einer Rolex von 690 Ringgit (184 Euro) immerhin auf 75 Ringgit (20 Euro) runtergehandelt. Da ich gewarnt wurde, es würden auch falsche Uhren verkauft, hatte ich den Händler extra gefragt - aber die Uhr war echt, er hat es sogar geschworen. Gekauft habe ich die Uhr dann doch nicht, ich habe ja schon eine...

Für Software ist KL ein wahres Einkaufsparadies - hier gibt es einfach alles und sehr preiswert (ähnliches gilt übrigens fuer Musik-CDs, DVDs und VideoCDs). Sechs CDs nach Wahl kosten meistens 5 Ringgit, also 1,33 Euro. Auf Wunsch bekommt man dazu von Bill Gates persönlich unterschriebene Lizenzzertifikate... ;-)

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